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Gelbkörperschwäche: Ursachen, Symptome und Behandlung

27 Sep, 2022

Gelbkörperschwäche: Ursachen, Symptome und Behandlung

Wenn es Frauen trotz Kinderwunsch nicht gelingt, schwanger zu werden, kann dafür unter Umständen eine Gelbkörperschwäche verantwortlich sein. Worum es sich dabei genau handelt, welche Ursachen sie hat und ob trotz Gelbkörperschwäche eine Schwangerschaft möglich ist, erfährst du in diesem Artikel.

Das Wichtigste zur Gelbkörperschwäche auf einen Blick

  • Im Gelbkörper werden nach dem Eisprung die Hormone Progesteron und Östrogen gebildet.
  • Eine Gelbkörperschwäche führt dazu, dass nicht genug Progesteron gebildet wird und es zu einem Mangel kommt.
  • Zu den Ursachen der Gelbkörperschwäche zählen unter anderem verschiedene Krankheiten.
  • Typische Symptome für eine Gelbkörperschwäche sind zum Beispiel ein verkürzter Zyklus und starke PMS-Symptome.
  • Da die Gebärmutterschleimhaut bei betroffenen Frauen nicht richtig aufgebaut wird, ist eine Schwangerschaft deutlich unwahrscheinlicher.
  • Der Progesteronmangel wird in der Regel mithilfe von Hormonpräparaten behandelt.

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Was ist der Gelbkörper?

Nach dem Eisprung bildet sich der Gelbkörper aus den Resten des geplatzten Eibläschens. In der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus bilden sich im Gelbkörper die Hormone Progesteron und Östrogen. Man bezeichnet das Hormon Progesteron gelegentlich auch als Gelbkörperhormon.

Welche Rolle spielt Progesteron für eine Schwangerschaft?

Progesteron ist für eine Schwangerschaft von entscheidender Bedeutung. Das Hormon ist dafür verantwortlich, dass sich die Schleimhaut der Gebärmutter als Vorbereitung auf die befruchtete Eizelle aufbaut.

Die Bildung von Progesteron durch den Gelbkörper wird nach dem Einnisten der Eizelle noch drei Monate aufrechterhalten. Danach ist dann schließlich die Plazenta für die Bildung des Hormons zuständig.

Was versteht man unter einer Gelbkörperschwäche?

Bei der Gelbkörperschwäche handelt es sich um eine Störung der Funktion der Eierstöcke. Bei betroffenen Frauen kann der Gelbkörper nicht ausreichend Progesteron bilden. Das führt dazu, dass die Schleimhaut der Gebärmutter nach dem Eisprung nicht aufgebaut wird. Dadurch kann sich eine möglicherweise befruchtete Eizelle nicht ordentlich in der Gebärmutter einnisten.

Aus diesem Grund ist eine Schwangerschaft für Frauen, die von einer Gelbkörperschwäche betroffen sind, deutlich unwahrscheinlicher. Schätzungen gehen davon aus, dass der unerfüllte Kinderwunsch bei bis zu 10 Prozent aller Frauen auf eine Gelbkörperschwäche zurückzuführen ist.

Ursachen: Wie entsteht eine Gelbkörperschwäche?

Eine Gelbkörperschwäche kann verschiedene Ursachen haben. Sie kann zum Beispiel vorübergehend auftreten, nachdem die Antibabypille abgesetzt wurde. Das liegt daran, dass der Körper oft einen Moment braucht, um den Hormonspiegel wieder zu normalisieren. In diesem Fall dauert es aber für gewöhnlich nur einige Wochen oder Monate, bis die Hormonbildung durch den Gelbkörper wieder normal funktioniert.

Darüber hinaus kann eine Gelbkörperschwäche unter anderem folgende Ursachen haben:

  • Endometriose
  • PCO-Syndrom
  • Nebenniereninsuffizienz
  • Schäden an den Eierstöcken
  • Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse
  • Erkrankungen der Schilddrüse
  • Diabetes
  • Die Einnahme bestimmter Medikamente
  • Mangelernährung

Bei einigen Frauen ist die Gelbkörperschwäche auch auf genetische Faktoren zurückzuführen. Außerdem ist eine verminderte Bildung von Progesteron durch den Gelbkörper bei Frauen üblich, die in die Wechseljahre kommen.

Welche Symptome verursacht die Gelbkörperschwäche?

Eine bestehende Gelbkörperschwäche ist nicht ohne Weiteres zu erkennen. In vielen Fällen wird sie erst dann diagnostiziert, wenn Frauen über einen längeren Zeitraum erfolglos versuchen, ein Kind zu bekommen, oder es sehr früh in der Schwangerschaft zu einer Fehlgeburt kam.

Ist das nicht der Fall, können außerdem folgende Symptome auf eine Gelbkörperschwäche hindeuten:

  • Eine auffallend starke oder lange Menstruation kann neben anderen Ursachen auch auf eine Gelbkörperschwäche hinweisen.
  • Eine deutlich zu kurze zweite Hälfte des Menstruationszyklus ist ein typisches Anzeichen für eine Gelbkörperschwäche.
  • Schmier- oder Zwischenblutungen, die direkt nach dem Eisprung auftreten, können ebenfalls ein Symptom für eine Gelbkörperschwäche sein.
  • Auch Gebärmutterzysten zählen zu den Anzeichen, an die Frauen im Hinblick auf eine unzureichende Progesteronbildung denken sollten.
  • Oft sind Frauen mit Gelbkörperschwäche von besonders stark ausgeprägten PMS-Symptomen betroffen.
  • Fehlende Lust auf Sex zählt bei vielen betroffenen Frauen ebenfalls zu den möglichen Symptomen einer zu geringen Bildung von Progesteron.
  • Akne und andere Probleme mit der Haut können manchmal auch auf Probleme mit dem Hormonhaushalt hindeuten.
  • Da sich die befruchtete Eizelle wegen des Progesteronmangels nicht richtig in der Gebärmutter einnisten kann, kommt es häufig zu frühen Fehlgeburten.

Wie wird eine Gelbkörperschwäche diagnostiziert?

Wenn mögliche Symptome einer Gelbkörperschwäche auftreten, ist ein Besuch bei der Gynäkologin dringend zu empfehlen. Die Frauenärztin wird während der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus den Progesteronspiegel messen.

Das Führen eines Zykluskalenders und das regelmäßige Messen der Basaltemperatur kann in diesem Zusammenhang für die Diagnose hilfreich sein. Wenn du über Aufzeichnungen über deinen Menstruationszyklus und deine Basaltemperatur verfügst, solltest du diese daher in jedem Fall zu deinem Arzttermin mitbringen.

Ist eine Schwangerschaft trotz Gelbkörperschwäche möglich?

Grundsätzlich ist es trotz Gelbkörperschwäche durchaus möglich, schwanger zu werden. Das gilt zumindest dann, wenn der Menstruationszyklus normal verläuft, ein Eisprung stattfindet und die vom Gelbkörper gebildete Menge an Progesteron ausreicht.

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Ist das nicht der Fall, stehen die Chancen aber zumindest gut, dass sich die Gelbkörperschwäche mit den richtigen Behandlungsmaßnahmen beheben lässt.

Wie lässt sich eine Gelbkörperschwäche behandeln?

Wie die Gelbkörperschwäche behandelt werden muss, hängt natürlich in erster Linie von ihrer Ursache ab. In den meisten Fällen gelingt die Behandlung aber recht gut, sodass sich die Bildung des Progesterons mithilfe der entsprechenden Therapie wieder normalisiert.

Zum Ausgleich des Progesteronmangels ist in der Regel eine Hormontherapie das Mittel der Wahl. Zu diesem Zweck stehen der Frauenärztin verschiedene Präparate zur Auswahl, die sie ihren Patientinnen empfehlen kann.

Neben der Beseitigung des Hormonmangels sind gegebenenfalls noch weitere Maßnahmen erforderlich, um die verantwortliche Grunderkrankung zu behandeln. Welche das sind, wird anhand der entsprechenden Untersuchungsergebnisse festgelegt.

Warum ein Zykluskalender bei der Behandlung helfen kann

Da die Hormone erst nach dem Eisprung eingenommen werden müssen, ist es hilfreich, wenn von einer Gelbkörperschwäche betroffene Frauen einen Zykluskalender führen.

Dadurch wissen sie, wann sie ihren Eisprung haben und es ist mithilfe der Hormontherapie deutlich wahrscheinlicher, zeitnah schwanger zu werden.

Welche Nebenwirkungen verursacht die Behandlung?

Die Hormontherapie kann verschiedene Nebenwirkungen verursachen. Dazu zählen unter anderem Übelkeit, Müdigkeit und Kopfschmerzen. Bei manchen Frauen kommt es durch die Einnahme von Progesteron auch zu Schmierblutungen.

Wie ist die Prognose für Frauen mit einer Gelbkörperschwäche?

Je nach Ursache lässt sich der Progesteronmangel durch die Einnahme von Hormonpräparaten meist zeitnah beheben. Die Chancen stehen somit gut, dass sich ein bestehender Kinderwunsch trotz der Diagnose Gelbkörperschwäche doch noch erfüllen lässt.